Djembé Art Holz Lexikon - auf das Djembe Klangholz kommt es an

Djembe Trommel, Lenkeholz© 2000-2017 Gavin Grosvenor

Absolut entscheidend und von vielen unterschätzt ist die Qualität des Klangholzes. Der Klang entsteht nicht nur durch die Schwingungen des Trommelfelles und der damit verbundenen Anregung des Luftraumes in der Trommel, es schwingt der ganze Holzkörper mit und reflektiert zugleich die Schallwellen. Je härter das Holz, desto stärker die Reflektion. Je weicher, desto mehr Klangenergie wird absorbiert. Das wirkt sich nicht nur auf die Lautstärke einer Trommel aus, sondern auch auf die Klangqualität. Jedes Holz hat seine spezifischen Eigenschaften, die der professionelle Trommelbauer gezielt einsetzen kann. Innerhalb einer Holzart gibt es ebenfals große Unterschiede, die vom Standort eines Baumes abhängig sind und von dem Bereich aus dem das Trommelholz entnommen wurde. Beim Standort beeinflussen die Wachstumsbedingungen, wie Temperatur, Licht, Wassermenge und die Nährstoffversorgung die Qualität.

Innerhalb eines Baumes ist das Holz aus den unteren Baumsegmenten härter, dichter, schwerer und wird leichter, weicher und elastischer, je weiter man nach oben geht. Eigentlich sehr logisch, denn dies begünstigt die Statik eines Baumes. Bei einigen Hölzern, wie z.B. Palisander, kann man sogar sehr deutliche Farbunterschiede zwischen unteren und oberen Bereichen erkennen. Im unteren Teil kann das Holz sehr dunkel, fast schwarz sein und ganz oben so hell, dass man kaum glauben kann, dass es sich um den selben Baum handelt. Abschließend möchte ich noch auf die unterschiedlichen Bereiche innerhalb eines Holzsegmentes eingehen. In der Mitte befindet sich das dunklere Kernholz und am äußeren Rand das hellere, sogenannte Splintholz. So ergibt sich die deutliche Zweifarbigkeit mancher Trommeln. Kernholz ist generell auch härter und schwerer und Splintholz demzufolge leichter und weicher. Afrikanisches Holz aus dem klimatischen Bereich rund um den Äquatorgürtel hat einen entscheidenden Vorteil gegenüber europäischen Hölzern. Es hat keine Jahresringe, die durch den winterbedingten Wachstumsstopp entstehen. Sie erleben Regen- und Trockenzeit und können generell ganzjährig wachsen. Dadurch hat afrikanisches Trommelholz viel weniger Spannungen als Europäisches und neigt deutlich weniger zu Rissbildungen.

Die Rangfolge (Werte-Hirarchie) der wichtigsten Djembe Hölzer


Immer wieder werden wir gefragt, welches denn nun das bessere Klangholz (Tonholz) ist. Hier nun die Rangfolge der am meisten verwendeten Djembe Klanghölzer nach unserer persönlichen Einschätzung aus mehr als 30 Jahren Djembe Erfahrung. Bedenken muss man dabei immer, dass zwar in erster Linie das Klangholz zählt, daneben aber auch die Formgebung und Verarbeitung von größter Wichtigkeit sind. Man kann durch schlechte Formgebung und mangelnde Ausarbeitung jedes noch so gute Klangholz in eine grauenvoll klingende Djembe verwandeln :-) Zusätzlich wird das Klangergebnis auch durch das gewählte Trommelfell und die Stimm-Spannung beeinflußt.
Last but not least sei noch gesagt, dass Klang immer eine Frage des persönlichen Geschmacks ist. Deshalb möchten wir hier nicht den Anspruch erheben, dass uns alle Trommler auf der Welt zustimmen müssen. Klang ist eben Geschmacksache, wie feines Essen oder guter Wein. Folge Deinem Ohr, Deinem Herzen und Deinem Gefühl. Nur die Holzsorten von Platz 1 bis Platz 8 gehören zu den Harthölzern. Platz 9 bis11 sind Weichhölzer. Sie definieren sich durch eine Darrdichte unter 550 Kg/m³. Der Klang einer Trommel ist sehr von der Härte und Dichte des Holzes abhängig. Dies gilt übrigens auch für sehr viele andere Musikinstrumente. Je härter desto intensiver, voller und dynamischer ist der Klang. Tweneboa ist das weicheste Holz im Trommelbau. Es lässt sich im Gegensatz zu den anderen Hölzern sogar mit dem Fingernagel einkerben. Dementsprechend werden die Klangwellen bei Tweneboa auch stärker absorbiert und wenig reflektiert.

Die weltweit wichtigsten Djembe Holz Arten im alphabethischen Überblick

© 2000 - 2017 Gavin Grosvenor

Bubinga Holz

Lateinisch: Guibourtia tessmanii, Guibourtia demeusei, Guibourtia pellegriniana, gehört zur Familie der Fabaceae

Handelsnamen: Bubinga, African Rosewood, Westafrikanisches Rosenholz, Kevazingo
Lokale Bezeichnungen: Kongo: Waka, Gabun: Ovang
Andere Namen: Buvenga, Okweni, Muzaule, Ebana, Essingang

Marktwert: 2500 - 4000 € pro m³
Härte: sehr hart, 38-40 N/mm² (Brinell)
Druckfestigkeit: 70 N/mm²
Trockengewicht: ca.  800–900 kg/m³
Maserung: wellenförmig kontrastreich gestreift, abwechselnd breite und feine Zonen mit purpurfarbenen Adern, gegenläufig gedreht, palisanderähnlich aber deutlich röter
Farbe: Kern: Rotbraun, Weinrot, Hellrot, Altrosa, bekommt bei feinem Oberflächenschliff einen seidigen Glanz; Splint: sehr hell, Korkfarben bis Hellgrau
Eigenschaften: wechseldrehwüchsig, kann im frischen Zustand unangenehm riechen, Geruch verblasst beim Trocknen. Bei schneller Trocknung können sich Trommelholz Rohlinge gelegentlich verformen 
Klang: klangfarbenreiches, volles und warmes Klangholz (Rang 4), durchsetzungsstark, schöne Range mit kraftvollem Basscharakter

Buschmango Holz

Lateinisch: Cordyla pinnata, gehört zur Familie der Fabaceae; Synonym: Cordyla africana

Handelsnamen: Wild Mango, Sunbird Tree, Poire du Cayor
Lokale Bezeichnungen: Malinke: Doda, Dougoulo; Bambara: Dugura; Senegal: Cul Cul, Dimb
Andere Namen: Imbubuli, Thunzikhulu, Umbubuli, Vovovo
Dieses Holz wird in Mali auch heute noch von vielen der alten Djembe Folas (wie Sega Sidibé und Ibrahima Sarr) für ihre persönliche Solo Djembe bevorzugt.

Marktwert: 1000 - 3000 € pro m³
Härte: hart
Druckfestigkeit: 
Trockengewicht: ca.  840–880 kg/m³
Maserung: markant wellenförmig mit hellen und dunklen Strahlen
Farbe: Kern: mittelbraun mit teilweise gräulichem Schimmer; Splint: hellbraun bis gelblich
Eigenschaften: schwer zu bearbeiten, verwunden, splittert leicht, leichte Neigung zu Rissbildung
Klang: kraftvolles lautes Klangholz (Rang 6), spröde mit metallischen Nuancen und hellen Spitzen, breite Range, durchsetzungsstark

Casha Holz

Lateinisch: Cassia siamea, Synonym: Senna siamea, gehört zur Familie der Fabaceae

Handelsnamen: Casha, Cassia, Tagayasan
In Afrika nur sehr sehr selten anzutreffen. Auf der Suche nach geeigneten Baumarten, um der Ausweitung der Wüste in Mali zu begegnen, hat der Malian Forest Service seit der Dürreperiode von 1970, in einem Projekt besonders robuste Bäume angepflanzt, zu denen auch Casha gehörte. Da diese Bäume auch optisch eine sehr schöne Erscheinung bieten, wurden sie auch in Bamako, der Hauptstadt von Mali, gepflanzt. Casha Holz aus Bamako City steht nur zur Verfügung, wenn dort Bäume auf Grund von Stadtplanungs- und Sicherheitsgründen gepflegt oder gefällt werden müssen. Für hochwertige Musikinstrumente ist diese Holzart schon länger bekannt. Es ist für uns eines der wertvollsten Klanghölzer. Nur sehr sehr wenige Menschen weltweit haben das Glück eine Casha Trommel  ihr eigen nennen zu können um in ihren erstklassigen Klanggenuss zu kommen.
Aus vielen Casha Pflanzenteilen werden Heilmittel hergestellt. Sie sollen beruhigen, entspannen, angst- und spannungslösend sein.

Marktwert:  ???
Härte: extra hart
Druckfestigkeit:  90 - 120 N/mm²
Trockengewicht: ca. 900-1000 kg/m³
Maserung: kontrastreich, wild geschwungen, malerisch
Farbe: Kernholz: Schwarz bis Kaffeebraun, Zartbitterschokoladenbraun, gelegentlich mit grünlichem Einschlag oder goldenem Schimmer;  Splint: Vollkornhaferflocken-Weiß 
Eigenschaften: sehr dicht, schwer zu bearbeiten, sehr dauerhaft
Klang: Premium Klangholz (Rang 1), sehr klangfarbenreich und schön, großartiger Tiefgang, kraftvoller Output, sehr klar differenzierbar, sehr fokussiert, grosse Range mit enorm starkem Bass und sehr klaren Höhen, etwas für echte "Klang Junkies"

Eisenholz - afrikanisches

Lateinisch: Prosopis africana; gehört zur Familie der Fabaceae

Andere Namen: Guélé, Bois de Forgeron, Ironwood
Handelsnamen: Afrikanisches Eisenholz, Iron Tree, African mesquite
Lokale Bezeichnungen: Malinke/Bambara: Guélé, Gele, Numun Yiri; Elfenbeinküste: Abe, Kimon
Dieses Holz ist extrem hart, dicht und schwer und daher ein hervorragendes Klangholz für Djembe Trommeln. Seine Farbe ist Dunkelbraunviolett bis Dunkelweinrot, fast Schwarz.

Marktwert:  ???
Härte: extrem hart > 70 N/mm² (Brinell)
Druckfestigkeit:  > 130 N/mm²
Trockengewicht: 1400 kg/m³
Maserung: sehr dicht, fein, gleichförmig
Farbe: homogen Schwarzviolett, dunkelweinrot, dunkelviolett
Eigenschaften: extrem schwer, außergewöhnlich schwer zu bearbeiten, hoher Werkzeug verschleiß, geht in Wasser unter
Klang: hervorragendes Klangholz (Rang 3), harter Sound, außergewöhnlich durchsetzungsstark, sehr direkter und außergewöhnlich lauter Output, außergewöhnlich bassstark, extrem große Range mit enormem Tiefgang und brillanten Höhen, exzellent differenziert

Grenadill Holz

Lateinisch: Dalbergia melanoxylon, gehört zur Familie der Fabaceae, Tribus Dalbergieae

Handelsnamen: African Blackwood, Feaut Ébène, Grenadille, Falsches Ebenholz, Mosambik-Ebenholz, Kongoholz
Lokale Bezeichnungen: Ostafkrika: Pau Petro, Westafrika: Epindepinde, Atiyi
Ab 2017 gelten neue Gesetze für Palisanderholz Musikinstrumente. Alle wichtigen Informationen dazu findest Du auf unserer Seite News. Weitere Details über Palisander und geschützte Arten auf unserer Seite Naturschutz.

Marktwert: 20.000 -30.000 € pro m³
Härte: extra hart
Druckfestigkeit: 90 N/mm²
Trockengewicht: ca. 1300 kg/m³
Maserung: durch die Schwärze des Holzes kaum erkennbar
Farbe: Kernholz: ebenholzähnlich, schwarz bis schwarzbraun; Splintholz: Honiggelb
Eigenschaften: extra hart, sehr schwer,ölig, sehr alterungsbeständig
Klang: erstklassiges Klangholz (Rang 2), besonders Klangvoll und reich an Klangfarben, dominiert mit dunklem Timbre und grossartigem Tiefgang, aufallend bassstark und laut, extrem große Range mit
Tiefgang und brillanten Höhen, außergewöhnlich durchsetzungsstark, exzellent differenziertes Klangholz

Iroko Holz

Lateinisch: Chlorophora excelsa auch C. regia, früher: Milicia excelsa, gehört zur Familie der Moraceae

Handelsnamen: Iroko, African Oak, Chene d'Afrique, Kambala, Odum
Lokale Bezeichnungen: Elfenbeinküste: Iroko; Ghana: Odum, Abang, Moreira, Mvule
Lateinisch: Chlorophora excelsa auch C. regia, früher: Milicia excelsa, gehört zur Familie der Moraceen
Das häufigste Holz Afrikas. Dieser Baum zählt zu den verbreitetesten Bäumen aller tropischen, afrikanischen Waldformationen. Er erreicht Höhen über 50 m und Durchmesser bis 2 m. Es ist leichter als die meisten anderen Djembe Hölzer, zählt aber dennoch zu den Harthölzern. Von der Elfenbeinküste kommt afrikaweit insgesamt die beste Qualität dieser Holzart.

Marktwert: 1500 - 1800 € pro m³
Härte: mittel, 30 N/mm² (Brinell)
Druckfestigkeit: 54 N/mm²
Trockengewicht: ca. 620 kg/m³
Maserung: grobporig, zerstreut, Porenrillen in gewundenem Verlauf, Bänderungen und Glanzstreifen, deutlich sichtbare graue Einschlüsse
Farbe: Kernholz: Walnussfarben bis Kork-Kakaofarben, oft mit gräulichem Einschlag; Splintholz: Gräulich-Beige schmutzig-verwaschen mit grauen Einlagerungen
Eigenschaften: dauerhaft, witterungsbeständig
Klang: mittelgutes Klangholz (Rang 8), warm, tragend, umfangreich

Kapok Holz

Lateinisch: Bombax costatum, gehört zur Familie der Malvaceae

Handelsnamen: Kapokier, Boumbou Holz, Kapok Holz, Silk Cotton Tree
Lokale Bezeichnungen: Malinke: Bungkungo, Bunkungo; Bambara: Bumu; Wolof: Garablaobe, Kattupa; Deutsch: Roter Seidenwollbaum, Französisch: Kapokier, English: Red-flowered Silk Cotton Tree

Marktwert:  600 - 1000 € pro m³
Härte: mittel bis weich
Druckfestigkeit:  N/mm²
Trockengewicht: ca. 350-450 kg/m³
Maserung: kaum erkennbar, sehr homogen und hell, Pooren zeigen sich im Längsschnitt als feine Rillen
Farbe: Kern und Splintholz kaum unterscheidbar, sehr hell, Weiß/Beige, an den Zuwachszonen mit kleinen, kristallinen rötlich-braunen Einlagerungen
Eigenschaften: leicht im Gewicht, neigt beim Trocknen zu verformungen, danach gute Festigkeit
Klang: mittelgutes Klangholz (Rang 9), ausgewogen, moderate Lautstärke

Lenké Holz

Lateinisch: Afzelia africana, daneben auch Afzelia bella, A. bipindensis, A. pachyloba, gehören zur Familie der Fabaceae

Handelsnamen: Doussie, Lenké, Lingue
Lokale Bezeichnungen: Malinke: Lenké; Bambara: Lengué; Elfenbeinküste: Lingue
Lenké Holz hat für den Bau von Djembe Trommeln außergewöhnlich gute Klangeigenschaften! Es begünstigt klare Klänge und eine gute Differenzierung. Die Anteile der Bass-, Tone- und Slap Klänge sind ausgewogen und markant. Lenké zählt schon lange zu den wertvollsten Naturhölzern Afrikas. Es ist durch seine Härte, Dichte, Elastizität und seine chemischen Eigenschaften sehr dauerhaft und widerstandsfähig und ein hervorragendes Bau- und Werkholz, das sich ebenso bemerkenswert mit filigranen Schnitzereien veredeln lässt.

Marktwert: 2000 - 3000 € pro m³
Härte: sehr hart, 40 N/mm² (Brinell), härter als  Eiche (Vergleich Eiche=34)
Druckfestigkeit: 70 N/mm²
Trockengewicht:  750 - 1000 kg/m³
Maserung: mittelporig, zerstreut, hell umschlossene Porensprenkel, die wie goldene Pollenkörnchen wirken können, Maserung in schwungvoll gewundenem Verlauf, gelegentlich sehr kontrastreich mit Bänderungen und Glanzstreifen, oft aber auch farblich sehr homogen und gleichförmig
Farbe: Kernholz: Roßkastanienbraun bis Kupferbraun, meist homogen; Splintholz: Cashewfarben bis gelblich
Eigenschaften: sehr elastisch, sehr haltbar, dunkelt im Alter noch sehr stark nach
Klang: sehr gutes Klangholz (Rang 4), vorbildlich differenziert, schönes Timbre, leicht zu spielen, gleichstark ausgewogen in allen Tonhöhen, satter Bass, klarer Output mit großem Tonumfang

Mahagoni - afrikanisches

Lateinisch: Khaya senegalensis, auch Kaya grandifoliola, K. anthotheca und K. ivorensis, gehört zur Familie der Meliaceae

Handelsnamen: Afrikanisches Mahagoni, Kaya, Acajou, Cailcedrat
Lokale Bezeichnungen: Malinke/Bambara: Djala, Jala; Guinea: Samanguila; Elfenbeinküste: Dubb, Doukouma, Krala, Ira; Französisch: Bois Rouge
Diese Bäume erreichen Höhen von über 45 m und Durchmesser bis 1 m. Man hört, dass Mamady Keita Mahagoni für seine persönliche Solo Djembe bevorzugt.

Marktwert: 1000 - 3000 € pro m³
Härte: hart, 25-30 N/mm² (Brinell)
Druckfestigk-eit:  46 - 55 N/mm²
Trockengewicht: ca. 550 - 700 kg/m³ je nach Sorte
Maserung: homogen, Poren häufig mit dunklen Kernstoffpartikeln angefüllt
Farbe:  Kern Dunkelrot, Rotbraun, Blutrot, Übergang zum Splintholz mit fließender Farbveränderung bis Hellrot Zartrosa
Eigenschaften: verformt sich gelegentlich beim Trocknen, danach sehr dauerhaft, alterungsresistent, wetterresistent
Klang: sehr gutes Klangholz (Rang 5), bassstark, ausdrucksstark differenziert in allen Tonhöhen, großer Tonumfang, schöner Tiefgang

Melina Holz

Lateinisch: Gmelina arborea, gehört zur Familie der Verbenaceae

Handelsnamen: Melina Holz, Melian Wood, White Teak
Lokale Bezeichnungen: Guinea/Malinke: Melina; Französisch: Bois Blanc; andere Namen: Iribé
Es ist ein sehr leichtes Holz, das sich dementsprechend leicht bearbeiten lässt. Seine Festigkeit ist dennoch passabel. Es nimmt als Klangholz eine eher untergeordnete Rolle ein. Es wird in Guinea für die großen Basstrommeln Dununba, Sangban und Kenkeni favorisiert. Seit wenigen Jahren verwendet man es auch gerne zur Herstellung günstiger Djembe Trommeln.

Marktwert:  550 € pro m³
Härte:  mittel
Druckfestigkeit:  mittel
Trockengewicht: ca. 400 kg/m³
Maserung: homogen, fein, einfarbig
Farbe:  Kernholz:  Weißgelb, Grauweiß, Hellgelb - Cremefarben; Splintholz weiß, Übergang vom Kern zum Splint kaum erkennbar, gelegentlich mit rosa oder gelben Einlagerungen an den Übergangszonen;
Eigenschaften:  leicht im Gewicht, trotzdem mit passabler Stabilität
Klang: moderates Klangholz (Rang 10), leichter Klang, etwas zurückhaltend, gut differenzierbar, ausgewogene Range

Palisander Holz

Lateinisch: Dalbergia spp., Pterocarpus erinaceus, gehören zur Familie der Fabaceae, Tribus Dalbergieae

Handelsnamen: Palisander, afrikanisches Palisander, Rosewood, Afrikanisches Rosenholz, Balafonholz, African Rosewood, Afrikanischer Kinobaum, Padouk, Padauk, Barwood
Lokale Bezeichnungen: Malinke: Gbeng, Gbilling; Bambara: Guénou, Gbany, Balairi; Susu: Ghari; andere Namen: Mukwa, Muninga; Pterocarpus: Véne
Es gibt weltweit über 200 Dalbergia Arten. Palisanderholz hat vor allem im Musik-Instrumentenbau eine sehr hohe Bedeutung begründet durch seine hervorragenden Klangeigenschaften. Balafone, Xylophone und Marimbas werden vorzugsweise aus Palisander hergestellt. Bei hochwertigen Gitarren sind Zargen und Griffbretter und Böden aus Palisander. Auch hochwertige Blockflöten werden aus Palisander gefertigt. Daneben werden Griffe und Griffschalen für Werkzeuge und Gebrauchsartikel der Oberklasse aus Palisander hergestellt.
Ab 2017 gelten neue Gesetze für Palisanderholz Musikinstrumente. Alle wichtigen Informationen dazu findest Du auf unserer Seite News. Weitere Details über Palisander und geschützte Arten auf unserer Seite Naturschutz.

Marktwert: 15.000 -30.000 € pro m³
Härte: extra hart, 55-60 N/mm² (Brinell)
Druckfestigkeit: 70-90 N/mm²
Trockengewicht: ca. 900 -1400 kg/m³
Maserung: stark kontrastiert, streifig, wellenförmig, wild, richtungswechselnd, bunt, imposant, feinporig
Farbe: Kernholz: Schwarzbraun, Kaffeebraun kontrastreich gemasert; Splintholz Honiggelb
Eigenschaften: extra hart, schwer, ölig, riecht kräftig würzig, süßlich-vanillig und pfefferig, sehr alterungsbeständig
Klang: erstklassiges Klangholz (Rang 2), besonders klangvoll und reich an Klangfarben, begeistert mit dunklem Timbre von großer Schönheit und grossartigem Tiefgang, extrem bassstark mit langem, tragenden Abgang, oft mit sehr charakteristischen Bassuntertönen in allen Tonlagen

Siri Holz

Lateinisch: Burkea africana, gehören zur Familie der Fabaceae, Tribus Caesalpinioideae

Handelsnamen: Siri, Mukarati, Mukarala
Lokale Bezeichnungen: Malinke: Siri, Bambara: Siri, Französisch: Mukarati, andere Namen: Kolo, Kurdi, Atakpla, Mucarala
Siri ist ein sehr hartes Holz aus der Unterfamilie der Johannisbrotgewächse. Das frische Holz ist bei Jungbäumen im Kern zunächst Altrosa und wird mit zunehmendem Alter Rötlich-Dunkelbraun. Es wird für den Trommelbau eher selten verwendet.

Marktwert: 1000 -2000 € pro m³
Härte: hart
Druckfestigkeit:  30 N/mm²
Trockengewicht: ca. 900 kg/m³
Maserung: schmal lockig
Farbe: Kernholz: rotbraun rosa; Splintholz:
Eigenschaften: schwer
Klang: Kraftvolles Klangholz (Rang 7), augewogen, gut differenzierbar

Tweneboa Holz

Lateinisch: Cordia millenii, Cordia platythyrsa, gehört zur Familie der Boraginaceae

Handelsnamen: Tweneboa, Cordia, Mungoma, Mukumari, Ebe, Tweneboa, Kweneboa, Omo, Omoh, Drum Tree
Lokale Bezeichnungen: Ghana/Asante: Tweneboa, Kyeneboa, Kyenedua (Kyene = Trommel; dua = baum), Tweneduru, Akyaboa; Nigeria: Oma, No Kiebo Eke, Egin Ogume; Kamerun: Boomba, Yombomba, Bola, Yom
Tweneboa ist ein schnell wachsendes Weichholz von minderer Qualität und lässt sich mit dem Fingernagel eindrücken. Es wird gelegentlich fälschlicherweise als Palm Holz oder Palm Wood deklariert. Es ist jedoch keine Palme. Der Tweneboabaum wird bis zu 15 m hoch und kommt in Ghana, Nigeria, der Elfenbeinküste und Kamerun vor. Wegen seiner breiten, schirmartigen Krone wird er als Schattenspender gerne in den Dörfern gepflanzt. Er wird in Ghana zum Trommelbau verwendet, weil er nach innen weicher, anstatt wie bei anderen Hölzern üblich, härter wird. Ältere Bäume werden manchmal sogar im inneren hohl. Dadurch kann man sehr leicht eine Trommel daraus fertigen. Der Name Tweneboa bedeutet direkt übersetzt "Trommelbaum". Das Holz hat keine besonderen Klangeigenschaften für den Djembebau. Es wird von alters her für die ghanaischen Kpanlogo Trommeln verwendet. Seit der Djembe Boom in den 2000er Jahren so richtig eingesetzt hat werden viele billig Djembe Trommeln aus diesem Weichholz hergestellt.

Marktwert: 350 € pro m³
Härte: sehr weich
Druckfestigkeit: 10 N/mm²
Trockengewicht: ca. 200-300 kg/m³
Maserung: groß porig, gerade, homogen
Farbe: Kernholz: Hellbraun, Goldbraun, Rosabraun; Splintholz: Weiß, Hellgrau, neigt gelegentlich zum Verblauen
Eigenschaften: extrem leicht im Gewicht, luftig, weich, sehr geringe Stabilität
Klang: zurückhaltendes Klangholz (Rang 11), leise, weich, gedämpft

Mahagoni ist nicht gleich Mahagoni!


Auf die Herkunft kommt es an. Umgangssprachliche Namen wie Mahagoni fassen weltweit viele verschiedene Pflanzengattungen und Arten zusammen, die alle zur Familie der Meliaceen gehören. Zu den Mahagonigewächsen zählen weltweit mehr als 1400 Arten die in Asien, Amerika und Afrika wachsen. Aber die Gattungen haben sehr unterschiedliche Eigenschaften und die klimatischen Bedingungen wirken sich auch sehr stark auf die Holzqualität aus.

Unter Fachleuten gilt das Amerikanische Mahagoni der Gattung Swietenia als "Das Echte" und hochwertigste Mahagoni. Allen voran wird ein Baum mit wissenschaftlichem Name Swietenia macrophylla als das hochwertigste Mahagoni bezeichnet. Er wächst in Mittel und Südamerika, sowie auf einigen karibischen Inseln. Ähnlich hochwertig ist eine afrikanische Mahagoni Art mit Namen Khaya senegalensis. Sie sieht dem Amerikanischen Mahagoni am ähnlichsten und ist ihr nicht nur optisch, sondern auch qualitativ absolut ebenbürtig. Khaya senegalensis hat den typischen Mahagoni-Goldglanz und sein Kernholz entwickelt sich beim Trocknen unter Lichteinfluß zu einem warmen tief rotbraunen Purpurviolett. Weitere sehr gute afrikanische Mahagoni Arten haben die wissenschaftlichen Namen: Kaya grandifoliola, K. anthotheca und K. ivorensis. Die Gattungen Entandrophragma utile und Entandrophragma cylindricum, auch bekannt als Sipo und Sapelli, gehören zwar auch zur grossen Familie der Mahagoni Gewächse, haben aber vollkommen andere Eigenschaften. Das spiegelt sich auch deutlich im Preis wieder. Was den Musikinstrumente- und Trommel Bau angeht, so zeigen sich große Klangunterschiede zwischen den hochwertigen Mahagoni Arten wie Khaya senegalensis, aus denen afrikanische Djembe Trommeln unserer Ober- und Meisterklasse hergestellt werden und den leichten, asiatischen Billigtrommeln aus minderwertigen Mahagoni Hölzern, die maschinell gefertigt den Markt überfluten.

Man kann schon am Gewicht und der Farbintensität ablesen wie gut das Holz ist. Während Sipo im Handel 1400 - 1700 € pro m³ kostet, kann amerikanisches Mahagoni bis zu 4000 € pro m³ erzielen. Aber wie heißt es so schön unter klangverliebten Musikern: "Wer Ohren hat den Vogel singen zu hören, braucht nicht nach seinen Referenzen zu fragen".

Unterschiedliche Namensgebungen bei tropischen Hölzern


Gelegentlich werden umgangssprachliche Namen neu erfunden, wie zum Beispiel bei Bobo Wood, das wohl einfach aus der Not geboren wurde, weil einer die Holzsorte nicht deklarieren konnte. Das Holz wurde dann kurzerhand nach dem Volksstamm der Bobo in Ghana benannt. Das ist so, als wenn wir hier in Rheinland-Pfalz unsere Waldhölzer zusammenfassend als Pfalz-Holz bezeichnen würden :-) Wir gehen davon aus, dass verschiedene Holzsorten unter der Bezeichnung Bobo Wood zusammengefasst werden. Wir bezweifeln, dass die Gleichheit des Preisniveaus von Bobo-Holz mit Lenké Holz, Palisander oder Mahagoni gerechtfertigt ist. Man sollte aber immer den Einzelfall betrachten und versuchen die wirkliche Holzart zu bestimmen. Manchmal wird auf dem afrikanischen Trommelmarkt auch sogenanntes Eisenholz oder Bois de Forgeron angeboten. Bois de Forgeron ist die französische Übersetzung für Holz der Schmiede. Dahinter verbirgt sich ein Holz mit dem Botanischen Namen Prosopis africana. Es gehört zur Familie der Fabaceae. Die lokale Bezeichnung ist Guélé. Es ist in der Tat ein extrem hartes, dichtes und äußerst schweres Holz. Es unterscheidet sich aber botanisch von dem Eisenholz, das in Südamerika vorkommt und das sich botanisch Swarzia nennt. Dieses Südamerikanische Eisenholz ist so extrem schwer, dass es im Wasser untergeht. Auch Guélé hat ein sehr hohes Eigengewicht und ist extrem schwer zu bearbeiten. Unsere Trommel Bauer klagen über einem sehr hohen Werkzeugverschleiß. Ein weiteres Holz, das in Afrika als Eisenholz bezeichnet wird ist das Bongossi Holz, Lophira alata aus der Familie der Ochnaceen. Man kann ohne mit Hartmetallbohrern vor zu bohren überhaupt keine Nägel in dieses Holz einschlagen!

Interessant dürfte für Euch noch Folgendes sein: Als wir unsere Djembé Art Website 2003 gestartet haben, hat kein einziger Djembe Verkäufer die Namen der Holzsorten genannt. Nach und nach konnten wir dann beobachten, wie Verkäufer bei ebay und auf dem freien Markt unsere Bezeichnungen übernommen haben. Zum Teil völlig falsch deklariert, aber es hat sich wohl ein Bewusstsein unter den Kunden entwickelt, dass Holz nicht gleich Holz ist. Lustig war für uns oft zu sehen, wie viele Händler dann ihr ganzes Guinea Sortiment als Lenké Holz bezeichneten. Djala wurde dann einfach als Lenké Rouge, Gbeng als Lenké Noir u.s.w. bezeichnet. Uns taten dann immer die Kunden leid, die dort echtes Lenké kaufen wollten und leider sehr oft getäuscht wurden.

Gavin hat bei seinen Feldforschungen in der Gegend von Hamanah eine ganze Reihe von Djembe Bäumen identifiziert. Darunter auch eine Afrikanische Palisander Art mit Lateinischem Namen Pterocarpus erinaceus, dessen genaue botanische Bezeichnung nur durch den Vergleich von Holz, Rinde, Blättern, Blüten und Samenkapseln zu entschlüsseln war. Pterocarpus erinaceus ist im Westen auch unter dem Namen Kosso bzw. African Rosewood, Pau Sangue oder Vene bekannt. Gleichzeitig gibt es aber auch ein korallenrote Holz von Pterocarpus soyauxii, das auch als African Rosewood und als Padouk bezeichnet wird. Vorsicht, nicht verwirren lassen, Nichtbotanische Namen werden oft für verschiedene Holzarten gleichzeitig benutzt. Im Zweifelsfall zählt immer der botanische Name, der international in Lateinisch gültig ist! Von Tropenholzexperten wissen wir, das afrikanisches Palisanderholz der Gattung Dalbergia und Pterocarpus erinaceus, wenn man es als Rohholz vor sich hat, mit Hundert prozentiger Sicherheit nur unter dem Mikroskop zu unterscheiden ist. Holzfachleute bestätigten unsere Vermutung, dass die Verbreitungsgebiete der Holzsorten in Afrika nur unvollständig kartographiert ist. Wir vermuten daher, dass unter den mindestens 200 weltweit verbreiteten Dalbergia Arten auch verwandte Arten des Madagaskar Palisander oder des Königsholzes in Guinea und Mali vorkommen.

Bei den Namen Kambala, Iroko und Odum handelt es sich der Literatur nach bei allen drei um Chloróphora excelsa. Auffällig ist für uns, die wir die Hölzer Tag für Tag in der Hand haben und sie vergleichen können, dass Iroko oder Kambala von der Elfenbeinküste sich vom Odum aus Ghana unterscheidet, was mit Sicherheit sehr stark von den Faktoren Boden und Klima abhängig ist. Unsere Beobachtungen zum Djala lassen schließen, dass es sich hier nicht nur um die Khaya senegalensis, sondern auch noch um weitere Arten wie Khaya grandifolia, anthotheca und ivorensis handelt, die alle in Westafrika vorkommen und zur Familie der Meliaceaen gehören. Gavin hat in Guinea auch diese Djembe Bäume im Ganzen, als Holzprobe, die Rinden, Blüten, Blätter und auch Samen fotografiert und sogar ein paar Djembe Bäume in Deutschland aus den in Guinea gesammelten Samen aufgezogen.
Aber nun gut für heute, auch wenn es noch eine Menge zu sagen gäbe! Wie zum Beispiel, dass sich auch innerhalb einer Holzsorte die Klangeigenschaften abhängig davon verändern, ob das Holz vom unteren oder oberen Teil des Baumes stammt... oder auch unsere Erfahrungen wie sich die Oberflächenbehandlung der Djembe auf den Klang auswirkt...und dann das alles noch im Zusammenspiel mit der Felldicke, der Spannung u.s.w. .... :-) Zeit für einen Tee! :-)

Wie ein Djembe Rohling aus Lenké Holz entsteht

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Die Djembe Herkunftsländer


Es ist uns gelungen, in den letzten Jahren ein gesteigertes Qualitätsbewußtsein bei den Trommelbauern zu fördern. Im qualitativen Djembe Bau ist nun